Martins-Tag

31. Juli 2022: Die Kanadische Goldrute

Etwas Neues, Interessantes zu lernen war etwas, das sowohl Martin als auch mir viel Freude bereitet hat. Er brachte mir seine Leidenschaften näher, ich ihm meine. Wir tauschten uns über unsere Bastelprojekte aus (ich Baumhaus mit Flaschenzug, er originalgetreuen Nachbau eines Miniatursegelschiffs) sowie über alles andere, was interessant war. So weihte Martin mich in die Geheimnisse des Kühlerkreislaufs ein, ich dagegen schwärmte vom Wirtszyklus des kleinen Leberegels (googlet mal, das lohnt sich), und überhäufte ihn mit Informationen zu meinen besonderen Lieblingen, den krautigen Pflanzen. Martin lernte, wie man die wichtigste Pflanzenfamilie bestimmt, was die häufigsten Vertreter sind und welche Besonderheiten sie haben. Zuverlässig erkennen konnte er dann zumindest die Kanadische Goldrute, die im Süden Deutschlands fast überall wächst, aber laut Martin im Norden kaum vorkam. Eine gemeinsame Recherche ergab, dass dieser Neophyt (also eine Pflanze, die ursprünglich nicht von hier stammt) wohl über die Schweiz nach Deutschland gelangt ist und das Land als extrem invasive Art nun langsam und unbemerkt von Süden nach Norden überrollt. 

Eines Tages waren wir auf dem Rückweg von einem Besuch bei meinen Eltern, und als wir auf die Autobahn auffuhren, deutete ich auf ein gelbes Büschel am Straßenrand: „Na, was ist das?“, und Martin antwortete zutreffend: „Kanadische Goldrute! Gehört zu den Korbblütlern! Ein Neophyt.“ Woraufhin ich mir begeistert und theatralisch seufzend den Handrücken an die Stirn legte (der deutschen Sprache fehlt sehr das Äquivalent zu „swooning“). Martin kicherte, dann glitzerten wieder seine Augen – er zog Stift und Papier aus seinem Rucksack und kritzelte etwas. (Wir haben gerne und viel unsere Beziehung zeichnerisch kommentiert, uns sogar in Cartoons gestritten und versöhnt.) Martin zeichnete also drei identische Panels, in denen er und ich vor einer Kanadischen Goldrute stehen, ich ihn begeistert anstrahle und mich mit jeder von ihm gegebenen richtigen Information zur Pflanze weiter entblättere, bis ich am Ende strahlend und nackt neben ihm stehe. Ich musste furchtbar lachen über diese Zeichnung und fragte Martin, ob es nicht eine Möglichkeit gäbe, diesen großartigen Witz allgemeinverständlich als Cartoon umzusetzen. Und so schaffte es dieser wunderbare Cartoon mit der Nummer A4093 und der Unterzeile „Martin hatte sich auf das Date mit der Botanikerin vortrefflich vorbereitet“ in Martins Archiv: https://www.facebook.com/.../pb.../2458434634216884/...

Zu blühen beginnt die Kanadische Goldrute Ende Juli, also auch zum Zeitpunkt von Martins Tod. Er wurde mit einem Strauß kanadischer Goldruten beerdigt.

Und falls ihr sie irgendwo blühen seht, denkt eine Minute an den wundervollsten aller Männer.


Text und Foto: Nadia Menze

16. Februar 2022: Die Sache mit dem Holzmast

Heute wäre Martin 56 Jahre alt geworden. 

Ein Anlass, meines geliebten Mannes zu gedenken. Ich hatte ja schon vor längerer Zeit zum #Martinstag im Februar aufgerufen und hoffe, es werden sich einige von euch beteiligen. Ich habe dieses Mal zwei Fotos gepostet - zum zweiten, dem Pfosten mit dem Schild, gibt es eine wunderschöne Geschichte, die lange vor unserer Beziehung passiert ist. Da ich die Geschichte aber aus erster Hand kenne, und weil sie so lustig ist, wollte ich sie mit euch teilen. Ich habe den Text vor ein paar Monaten verfasst und veröffentliche ihn heute zum ersten Mal.


Erinnern Sie sich noch an Patrick Wende, die perverse Sau (A0906)? https://www.facebook.com/photo/?fbid=946544596152606&set=gm.477329056630084

Gründliche Nachforschungen der letzten Monate ergaben, dass Patrick sich nicht nur gerne am Straßenrand vor jungen Bäumen entblößt, sondern dort noch ganz andere Schandtaten verbrochen hat, und das schon vor vielen Jahren. Anfang der 90er, als Patrick sich dachte, Winterreifen auf Glatteis seien doch einfach nur was für Loser, segelte er enthusiastisch mit seinem roten BMW aus der Kurve einer Landstraße (Burgstraße in Wesseling-Urfeld, leider wurden uns genauere GPS-Daten vorenthalten) gegen einen dort ansässigen Holzmast. Dieser ergab sich, wie auch die meisten Menschen, welche auf Patrick treffen, sofort, und musste dann zeitnah ersetzt werden. Als dies geschehen war, hatte Martin, welcher damals noch in einer lokalen WG wohnte, eine seiner besonders schönen Ideen. So bestellte er ein Metallschild für den neuen Masten mit der Aufschrift „gestiftet von Patrick Wende“ (ich bin sicher, den Zusatz „…, dem alten Stricher, der nicht fahren kann“ hatte er aus Platzgründen weggelassen). Dann bearbeitete er zwei Schlitzschrauben so, dass man sie ins Holz ein-, aber nicht wieder ausdrehen konnte, und brachte die Plakette in einer heimlichen Nacht- und Nebelaktion am neuen Mast an. Über viele Jahre hinweg amüsierte er sich immer wieder über diesen Gedanken, hat uns aber die schönste Pointe noch zum Entdecken hinterlassen: ein kürzlich stattgefundener Besuch des Mastens zeigte, dass nach all diesen Jahrzehnten die Plakette nicht nur immer noch existiert, sondern auch tiefer hängt als zuvor –  der Mast also mittlerweile erneut ersetzt worden ist. Offensichtlich hatte man die Plakette mit großer Mühe aus dem alten Mast herausgearbeitet und am neuen angebracht; was nur bedeuten kann, dass man davon ausgegangen ist, die Plakette sei authentisch. Was hätte Martin gelacht, wenn er das gewusst hätte. Ein Streich, der noch mehrere Jahrzehnte nachwirkt – ein wahrer Perscheid.


Text: Nadia Menze, Fotos: Patrick Wende und Nadia Menze

16. Februar 2022: Heute ist #Martinstag.

Das heißt, Martin Perscheid, der uns leider viel zu früh verlassen hat, wäre heute 56 Jahre alt geworden. Ich kann nicht verbergen, dass er für mich eine große Inspiration darstellt und dass auch er ein wenig Schuld daran hat, dass ich heute hin und wieder einen Cartoon kritzle.

Und auch unser Klaus ist großer Fan (von Jürgen) und deswegen gibt es heute etwas besonderes! Ein Cartoon, der vollgestopft ist mit Perscheid-Referenzen.

Wer von Euch findet alle? 


Text und Zeichnung: David Koch

16. Februar 2022: Ein Tag ein Tier

Heute wäre Martin Perscheid 56 Jahre alt geworden.


Text und Zeichnung: Dorthe Landschulz

25. Dezember 2021: Weihnachtszeit ist Martinszeit!

Wie versprochen wollte ich an Weihnachten wieder ein bisschen was zu einem von Martins Cartoons erzählen. Und da das Foto mit dem schicken roten Hintergrund, das so gut zu Weihnachten passt, bei unserem Lieblings-Vietnamesen aufgenommen wurde, habe ich heute einen Cartoon zum Thema Essen ausgewählt, genauer „Schnitzel für 2,99“ (A 4043): 

https://www.facebook.com/.../pb.../2306032672790415/...

Dieser Cartoon ist eigentlich indirekt entstanden, als „Partnercartoon“ zu einem anderen, welcher wiederum als Folge eines Treffens der Großfamilie Menze entstand. 

Es war Mai 2019, als es zuletzt zum traditionellen Familientreffen kam, und mit diesem leider auch das traditionelle Nachhaken eines Menschen aus meiner Verwandtschaft, dessen liebste Beschäftigung zu sein schien, von mir Rechtfertigungen zu verlangen, warum ich weiterhin nur Vegetarier, aber immer noch nicht Veganer bin. Völlig erschöpft fiel ich nach meiner Heimkehr Martin in die Arme und grummelte etwas davon, dass man einen Cartoon machen müsse, auf dem ein Parkplatz für Veganer vorkommt, auf dem nur hohe Rösser geparkt werden dürfen. Martin lachte laut und sagte, den würde er sehr gerne machen. Ich habe ihm die Idee mit Freude geschenkt, bestand aber darauf, dass er dann auch einen zweiten, fleischkonsumkritischen Cartoon im Gegenzug mache (ich finde vegane Lebensweise eigentlich schon vorbildlich, nur nicht immer die Art, wie dies kommuniziert wird). Das versprach er mir und skizzierte den Schweinecartoon. 

Es ist eine großartige Sache, Martin bei der Arbeit zuschauen zu können, und auch ein bisschen magisch. Er betrachtete die fertige Skizze, grinste dann und änderte noch eine Kleinigkeit ab: „Das wird bestimmt vielen gefallen!“ 

Eines der Geheimnisse, warum Martins Cartoons so unglaublich gut sind, ist nämlich, dass er - wenn möglich – noch ein besonderes, lustiges Detail einbrachte. In diesem Fall war es, dass der kleine Junge das Ringelschwänzchen gradezieht. Diese Perfektion der Ausarbeitung war eines von Martins Markenzeichen. Manchmal änderte er sogar noch Kleinigkeiten nach dem Erstellen der fertigen Schwarz-Weiß-Skizze, oder ergänzte etwas, weil es seinen Ansprüchen noch nicht ganz genügte. So auch hier – als er vor der fertigen SW-Skizze saß, leuchteten plötzlich seine Augen auf, mit diesem amüsierten Glitzern einer spontanen Idee. Er beugte sich vor und tupfte mit dem Stift auf der Skizze herum. Ich musste schallend lachen – da hatte er bei den Schweinen noch die After hinzugefügt. Dieses Detail war nicht auf der Bleistiftskizze enthalten gewesen, hat aber der Gesamtkomposition noch mal einen ganz besonderen Charme und Witz verliehen, was auch seine Fans immer sehr gewürdigt haben. Darüber freute sich dann im Gegenzug auch Martin, und wir haben manchmal sogar Wetten darauf abgeschlossen, wie lange nach dem Posten des neuesten Cartoons es dauern würde, bis jemand einen Kommentar zum besonderen Detail verfasst. Wir saßen dann immer gebannt vor dem Rechner und verfolgten es simultan. Die besten und lustigsten Beiträge der Fans kommentierten wir auch im privaten Chat: „Hast du schon den Kommentar von xy gesehen? Hahahahaha!!“ 

Dies war auch einer der Gründe, warum Martin es erlaubt hatte, dass man seine Cartoons als Bild statt als Link in den Fangruppen hochgeladen hat – er genoss es sehr, nachzuverfolgen, was die Leute dazu schrieben oder auch gelegentlich missverstanden hatten. Auch die Spekulationen, wen Martin denn hier oder da wohl gemeint haben mag, führten immer zu großer Freude. Daher möchte ich heute auch auflösen, dass ich natürlich in dem Veganercartoon (A 4045), den Martin dann kurz nach dem Schweinecartoon postete, das Vegetarierpferd reiten durfte: https://www.facebook.com/.../pb.../2338523096208039/...

Neben mir tauchen natürlich auch viele andere reale Menschen in seinen Cartoons auf, nicht unbedingt immer in schmeichelhaftester Form (Martin schmeichelte grundsätzlich niemandem), aber das ist eine Geschichte für einen anderen Martinstag.


Text und Foto: Nadia Menze

11. November 2021: Heute ist Martinstag

Und ein guter Anlass, dem wundervollsten und besten Martin von allen zu gedenken. Es ist immer noch unvorstellbar, dass er für immer fehlen wird, und ganz begreife ich es bis heute noch nicht. Ich wollte aber die Gelegenheit nutzen, mich bei euch zu bedanken. Für die unzähligen lieben Kommentare, die ihr bei meiner Hommage hinterlassen habt und den Zuspruch, der mich über E-Mail und andere Wege erreicht hat – das war mir wirklich ein großer Trost in der dunkelsten Zeit. Ich danke euch sehr dafür.

Ich bekam auch immer wieder Anfragen, ob ich nicht solo unser geplantes IGWISZ-Beziehungsbuch auflegen könnte. Dazu möchte ich mich heute mal kurz äußern. Durch den Umstand, dass das Scheidungsverfahren zum Zeitpunkt von Martins Tod noch nicht abgeschlossen war, gestaltet sich die rechtliche Situation leider anders, als er sich das vorgestellt hatte. Daher wäre ein gemeinsames Buch schon von diesem Aspekt her gar nicht möglich. 

Aber selbst wenn die Dinge anders lägen, hätte ich dieses Buch nicht alleine machen wollen, aus zwei Gründen: zum einen hätte ich mein ganzes Herzblut investiert, und mein Herz blutet schon genug, das hätte ich mir nicht antun wollen. Und zum anderen – und das ist der wichtigste Punkt – es hätte niemals auch nur in Ansätzen so gut werden können, wie es geworden wäre, wenn wir es wie geplant zusammen aufgesetzt hätten. Und das wäre mir immer schmerzlich bewusst gewesen. Wenn Martin und ich zusammenarbeiteten, haben wir bei Cartoonideen den Ball hin- und hergespielt, Ideen ausgefeilt und uns gegenseitig inspiriert, und so wurde das Endprodukt umso besser. Wir haben in den letzten Jahren bei praktisch allen größeren Projekten zusammengearbeitet, und viele von euch wissen, dass ich auch Martins Steady-Seite aufgebaut und geleitet hatte. So schön das alles war, so war es doch vor allem schön, weil wir so große Freude daran hatten, zusammenzuarbeiten. Und dass er überall fehlt, wird einem durch die Arbeit an derartigen Projekten nur umso schmerzhafter bewusst. Martin nannte das geplante Cartoon-Buch liebevoll „unser Baby“ – und wenn wir uns auch beide darauf unglaublich gefreut haben, ist es einfach nicht ersetzbar.

Was ich aber gerne machen würde, ist, gelegentlich hier auf meiner Seite etwas zu meinem geliebten Mann, bzw. seinen großartigen Werken zu erzählen. Denn es ist so schade, wenn so viele schöne Anekdoten verloren gingen – besonders, wenn seine Cartoons unzähligen anderen Menschen auch sehr viel bedeutet haben. Daher möchte ich diese Tradition heute starten. Beginnen wir mal mit diesem schönen Werk: https://www.facebook.com/.../pb.../3487704167956587/...

Tatsächlich kannten weder Martin noch ich den gefährdeten Gartenschläfer, bis er uns auf meiner Terrasse begegnete, wo er ein liegengebliebenes Stück Zwieback verzehrte. Wir hielten ihn erst für einen Siebenschläfer, aber Martin stürzte sich in die Recherche und fand heraus, dass es nur ein Gartenschläfer sein konnte. Von da an legte er ihm auf meiner Terrasse jeden Abend ein Stückchen Zwieback aus, und erfreute sich an der Gesellschaft. Und, wie es sich für Martin gehört, machte er einen passenden Cartoon dazu. Nach der Veröffentlichung desselben meldete sich ein sehr netter Herr von der Gartenschläfer-Meldestelle bei ihm, ob er den Cartoon bei sich aushängen dürfte. Martin freute sich, schickte die Datei und meldete auch noch unseren Gartenschläfer im Meldesystem an. Ein paar Tage später bekam er ein ganz entzückendes Paket mit selbstgemachtem Honig – der nette Herr vom Meldesystem war wohl auch Imker, der sich für die Datei mit einer ganzen Landung leckerer Honigsorten bedankte. Zwei der Gläser stehen noch in meinem Schrank, daher auch von mir Danke dafür!

Aus einem Gartenschläfer – wir nannten ihn Norbert – wurden irgendwann drei, aber da war Martin schon mitten in der zweiten Bestrahlungsrunde und konnte nicht mehr Auto fahren und mich besuchen, also schickte ich ihm Videos von Norbert und seiner Familie, wie sie sich um den Zwieback auf der Terrasse stritten und lautstark schimpften. Vermutlich fehlte ihnen Martin, was ich sehr gut nachvollziehen kann. Norbert und ich haben diesen Sommer noch oft auf meiner Terrasse zusammengesessen und an Martin gedacht. Jetzt, wo es Winter wird, sehe ich Norbert und Familie kaum noch. Hoffentlich können wir im nächsten Jahr wieder zusammen Zwieback essen und an Martin denken.


Text und Foto: Nadia Menze

6. August 2021: Für Martin

Wir haben es nie groß publik gemacht, aber wer unseren Seiten folgte, konnte sich erschließen, dass Martin und ich Lebensgefährten waren. Er war mein bester Freund, mein engster Vertrauter, meine große Liebe. Er hinterlässt eine Leere, die ich nicht zu füllen weiß. 

Ich habe ihm unglaublich viel zu verdanken, nicht zuletzt, dass ich heute hier bin und Cartoons mache. Martin war mein erster und treuester Fan. Ich hätte mich nie getraut, mit meinen Zeichnungen an die Öffentlichkeit zu treten, aber Martin ließ nicht locker. Wenn der Mann wirklich etwas wollte, dann konnte er sich reinbeißen. Und eines Tages versprach ich ihm dann, eine Seite mit meinen Cartoons anzufangen, wenn man mich bei der Caricatura Sommerakademie nehmen würde. Das taten sie, und so entstand Cartoostrophal. 

Er hat mein Leben um noch so viele andere wundervolle Dinge bereichert. Nie hatte ich schönere Zeiten, als wenn wir zusammen waren, nie habe ich mehr gelacht. Wir brauchten nur einen Platz nebeneinander, Stifte und Papier, um glücklich zu sein. Er nannte uns beide immer „die Curies der Cartoonszene“ – wer von uns beiden die Marie, und wer Pierre sein sollte, hatte er nie so genau festgelegt. Wichtig war, dass wir dort die Weltmacht übernehmen würden. Wir hatten ein gemeinsames Cartoonbuch über Beziehungen geplant („In guten wie in schlechten Zeichnungen“) welches nun ein ferner, aber sehr schöner Traum bleiben wird. 

Martin war der bescheidenste und zugleich großzügigste Mensch, der mir je begegnet ist. Er hat nicht viel gebraucht, aber immer viel gegeben. Und auch nach seinem Tod wird er uns weiterhin beschenken, mit Kichern, mit Lachanfällen, mit Zustimmung und Begeisterung, wenn wir seine brillanten Werke sehen. 

Ich glaube, seinen Loriot-Cartoon hatte er nie mit Nummer ins Archiv gespeichert, aber viele kennen ihn auch so. Das Original-Aquarell hängt im Haus meiner Eltern, und ich stand die letzten Tage oft davor, seit am Freitag meine Welt aus den Angeln gehoben wurde. Ich dachte mir, eine Hommage wäre eine schöne Idee. Zwar war Martin zutiefst überzeugter Atheist und glaubte genauso wenig an ein Dasein nach dem Ableben wie ich selbst - aber hätte es irgendwo ein Wiedersehen gegeben, dann hätte bestimmt Loriot auf ihn gewartet und ihm einen gebührenden Empfang bereitet, zusammen mit Martins liebem Vater, welcher 2019 verstarb.


Text und Zeichnung: Nadia Menze

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